…und eine große Inspirationsquelle für uns

Es wird gerne behauptet, die meisten Künstler seien arm gestorben, hätten es zu Lebzeiten weder zum Ruhm noch zur Anerkennung gebracht. Das ist eine falsche Behauptung! Ganz im Gegenteil, lediglich 5% schafften es nicht zum finanziellen Erfolg, der Rest lebte in Saus und Braus.

Sie prägten und beeinflussten den Weg der Kunst, veränderten die Welt und legten unbewusst einen Meilenstein für uns Fotografen. In diesem Blogbeitrag möchten wir dir einen der berühmtesten Portraitmaler am englischen Hof vorstellen und dabei von Herzen ein Buch über ihn von Christopher Brown empfehlen: Van Dyck

Neben Vermeer, Leonardo da Vinci, Renoir und vielen weiteren Künstlern – ist van Dyck unsere große Inspirationsquelle.

Ein kleiner Einblick über Anthony van Dyck

Anthony van Dyck wurde im Jahr 1599 in Antwerpen, in eine wohlhabende Familie, hineingeboren. Sein Vater war ein erfolgreicher Seidenhändler, sein Großvater Maler, wie auch weitere Familienmitglieder Mütterlicherseits und so bekam der kleine Junge die besten Vorraussetzungen zum Erfolg in die Wiege gelegt.

Bereits im alter von 10 Jahren kam Anthony zu einem der führenden Maler der Stadt in die Lehre – Hendrick van Balen. Sein Lehrer genoß hohes Ansehen, bekam bedeutende Aufträge aus kirchlichen Institutionen, seine Mythologien und klassischen Inszenierungen erwarb die Oberschicht. Als Dekan in der Malerzunft behielt er die Entwicklung und Vermarktung der Malerei von Antwerpen im Auge.

Richtig: Marketing war schon immer von großer Bedeutung.

Zur gleichen Zeit kehrte Rubens aus Italien zurück und schuf Altarbilder, wie keines Gleichen. Immer öfter suchte van Dyck die Nähe von Rubens auf, bis er schließlich neben seinem großen Vorbild malte. Nicht nur das – er wurde sogar namentlich auf diversen Bildwerken in Rubens Werkstatt erwähnt – was zu damaligen Zeiten keine Selbstverständlichkeit war.

Wie einst sein großes Vorbild und Freund, folgte auch van Dyck dem Ruf der italienischen Maler nach Italien. Es gibt nichts besseres als ein Werk direkt vor Ort zu studieren – ganz besonders war er von Tizian angetan, genau wie Rubens vor ihm!

Nach knapp 5 Jahren Italienaufenthalt begab er sich auf den Heimweg. In Antwerpen wurden seine neuen Werke hoch geschätzt und gelobt, doch der Anziehung des englischen Hofs konnte er nicht widerstehen. Die englischen Aristokraten – einschl. der königlichen Familie – erhoben van Dyck zu ihrem Liebling und überschütteten ihn mit Aufträgen. Sein Können fiel ganz besonders in der Lichtsetzung auf, sie war der von Tizian ebenbürtig.

Klingt interessant, doch was hat van Dyck mit uns Fotografen zu tun?

Erst recht mit uns Hochzeitsfotografen? Jede Menge! Nennen wir einfach mal die 3 wichtigsten Faktoren, die ein professionelles Porträt ausmachen:

  • Komposition
  • Licht
  • Pose und Gestik – welche den Charakter eines Menschen unterstreichen

Im Buch über van Dyck findest du nicht nur seinen Lebensweg, seine Reisen und all die namhaften Persönlichkeiten auf seinen Gemälden – du entdeckst kostbare Informationen über modellierte Lichtsetzung, Gesetzgebung der Körperhaltung mit Betonung durch Gestik und den Aufbau einer schlichten Komposition mit garantiertem WOW-Effekt.

Viele erfolgreiche Fotografen nehmen sich Zeit, um all jene Gemälde im Museum und auch Kunstgalerien zu studieren. Wenn es dir an der nötigen Zeit fehlt, so findest du einiges in Büchern von Taschen, Hirmer oder Dumont. Natürlich geht nichts über eine Live Betrachtung, doch in manchen Fällen tut es sogar Google.

Hier sind ein paar Beispiele von Fotografen mit einem kleinen Einblick in deren Inspirationsquellen:

• Jose Villa bindet in seine Arbeit als Hochzeitsfotograf den Stil des Impressionismus ein – wie Monet und Renoir.

• Annie Leibowitz beherrscht das Licht von Leonardo da Vinci.

• Peter Lindbergh nutzt bei Portraits oft das Licht von Rembrandt.

Wir Fotografen unterscheiden uns lediglich in einem Punkt von Malern: sie malen mit Farben, wir mit Licht. Alles andere spielt keine Rolle, es sind lediglich unsere Werkzeuge.

An dieser Stelle möchten wir dich ein weiteres mal ermutigen, den Pfad der erfolgreichsten Fotografen einzuschlagen und zu beginnen Lichtsetzung, Komposition, Posen und Gestik zu studieren. Nicht jedem Menschen schmeichelt das gleiche Licht, geschweige denn die selbe Pose – möge sie noch so ungestellt erscheinen!

 

Noch mehr Beiträge zu diesen Themen findest du hier im Blog, weitere werden bald folgen…

Wir wünschen dir immer gutes Licht und fantastische Aufträge!

Deine Christina und Eduard
Wedding Photographer

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