Tipps, Tricks und noch vieles mehr…

Allein der Gedanke an dieses außergewöhnliche Genre bringt unsere Fotografenherzen zum springen, vor allem bei Christina. Boudoir ist seit langem ihre große Leidenschaft und sie setzt alles daran – das Leben ihrer Kunden, durch solche Bilder, positiv zu bereichern.

Warum Kunden und nicht Kundinnen?

Weil, zumindest in den meisten Fällen, auch der Partner seinen glückseligen Anteil an den Bildern bekommt. Gerade beim Braut-Boudoir steht der Gedanke: den Partner am Hochzeitstag mit solch einmaligen Bildern zu überraschen. Das Gefühl, welches der Bräutigam beim Auspacken und Betrachten dieser Fotos empfindet ist kaum in Worte zu fassen, doch auch dafür sind die Hochzeitsfotografen da, um es für die Braut in Bildern festzuhalten.

Gleichzeitig stellen sich die nächsten Fragen:

  • Was genau macht den großen Unterschied zwischen Fotograf zu Fotograf aus, ohne dem Preisdumping zu verfallen, wie in vielen anderen Bereichen der Fotografie?
  • Wie läuft ein solches Fotoshooting im Idealfall überhaupt ab?
  • Wie gehe ich mit der aufgeregten Braut um?

Nun, zunächst alles der Reihe nach! Wir lassen dich nicht im Regen stehen und helfen dir, so wie du es auch sonst von uns gewohnt bist, dich auch diesem Bereich zurecht zu finden. Let’s go!

1. Wie baue ich ein Braut-Boudoir-Shooting auf?

An dieser Stelle empfehlen wir eine schriftliche Zusammenstellung. Damit vermeidest du, dass im Streß bzw. Lampenfieber auch ja nichts vergessen wird, weder das Fotografische noch das Erlebnis. Deine Liste sollte unter anderem Folgendes beinhalten:

  1. Details fotografieren (Liste zum Abchecken auf Papier mitbringen)
  2. für Wohlfühlatmosphäre sorgen z.B. mit Musik, Champagner, Schokolade
  3. Starte das Fotoshooting mit einfachen, offenen Posen im kompletten Boudoir-Outfit, die freizügigen Aufnahmen kommen erst nach und nach. Stelle ruhig deine Ideen auf Papier oder z.B. auf Pinterest in einer geheimen Pinnwand zusammen. Denke daran, auch die große Annie Leibovitz bereitet ihre Shootings bis ins kleinste Details vor, dabei wird alles auf einer Pinnwand (für das gesamte Team sichtbar) angebracht.

Spielt es eine Rolle ob das Shooting am Hochzeitstag oder vorher stattfindet?

Es kommt darauf an, was dir bzw. deiner Kundin wichtiger ist – am Hochzeitstag vs. extra Tag

  • Boudoir Shooting am Hochzeitstag – wird für die Braut natürlich kostengünstiger. Schließlich zahlt sie für das Styling, Fotografen und evtl. Location nur einmal. Doch könnte das Shooting für etwas Stress sorgen, wenn du nicht gut genug vorbereitet bist oder ihre Visagistin längere Zeit für das Styling braucht, von der Aufregung der Braut ganz zu schweigen. Gleichzeitig – ist eine Frau am Tag ihrer Hochzeit am schönsten, sie hat diese gewisse Ausstrahlung… Wenn du verstehst was wir meinen… 
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  • Findet das Braut-Boudoir Fotoshooting an einem extra Tag statt – so hat die zukünftige Braut viel mehr Zeit, um diesen einmaligen Tag zu erleben, das Shooting in vollen Zügen auszukosten, sich fallen lassen frei von Stress und Sorgen… Wie war das noch mal mit der Überraschung für den Bräutigam? Er darf natürlich vom Shooting nichts erfahren.

2. Kommen wir zum Ablauf einer Braut-Boudoir-Fotosession

Lege eine schöne Playlist auf, öffne den Champagner und serviere ihn deiner Braut und der Visagistin – am besten zusammen mit den Pralinen. Jetzt,  wo deine Kundin von einer professionellen Visagistin gestylt wird, widmest du dich ihren mitgebrachten Accessoires. Als erstes solltest du alles auspacken, dabei die Verpackung nicht einfach zur Seite legen – sondern ab damit in ein anderes Zimmer oder einen Schrank, so kommt nichts in die Quere oder noch schlimmer > aufs Bild.

Bei uns gibt es so einige goldene Regeln – eine davon lautet: Zuerst das Licht, dann die Location!


Wie gehen wir hierbei vor?

Als available Light Fotografen, arbeiten wir mit vorhandenem Licht, beim Boudoir ist es das Tageslicht – mehr brauchen wir nicht. Keine Blitze, keine Reflektoren oder Lampen etc.. kurz gesagt: wir sind kein mobiles Fotostudio.

D.h. Augen auf nach dem nächsten Fenster, hier positionieren wir alle Details gleichzeitig – im 90° Winkel zum Tageslicht, das aus dem Fenster auf den Boden fällt und zurück reflektiert wird. Die Reflexion ist wichtig, sie hellt die Schatten sanft auf – nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig!

Mit dieser Technik entstehen all unsere Bilder von Details, sie verleiht ihnen die außergewöhnliche 3-dimensionale Wirkung, läßt sie übrigens gleichzeitig teurer wirken. Im Grunde super einfach!

Hier ein kleiner Tipp: Wir stellen gerne einen kleinen Tisch, eine Kommode oder Ähnliches dazu, um all die kleinen Details wie Schmuck, Parfüm, Spiegel & Co. dort abzulegen. Nach dem Styling finden genau an diesem Platz die ersten Bilder mit der Braut statt, das spart Zeit und sorgt für fantastische Ergebnisse.

Was zum Boudoir-Outfit alles gehören könnte:

  • Brautunterwäsche in creme oder weiß
  • Morgenmantel aus Seide oder Spitze
  • ein Schleier
  • schöne Schuhe mit hohem Absatz (das macht die Beine optisch länger und lässt den Po im Stehen super aussehen)
  • Brautstrauß
  • Strumpfband
  • Parfümflakon
  • Schmuck
  • kleiner Handspiegel
  • Fächer
  • Papeterie
  • Verlobungsring
  • usw…


Wie ist unsere Kamera eingestellt? 

Zu diesem Thema findest du hier im Blog bereits einige Tipps. In unserem Newsletter widmeten wir uns diesem Bereich noch ausführlicher, hoffentlich hast du ihn nicht verpasst. Hier eine kleine Übersicht:

  • RAW, M-Modus, ISO ab 400, Blende 4-Bereich, Verschlusszeit wird manuell angepasst, WB-Auto, Bildstil: Monochrom

 

Details fotografieren nach der 3-Szenen Methode 

Bedeutet soviel wie? Du hast sicherlich schon mal einen Hollywood-Streifen gesehen, wenn du ab heute genauer hinschaust entdeckst du regelmäßigen Szenenwechsel nach einem bestimmte Prinzip: Totale-Action-Close up

  • Totale – (der gesamte Raum) – ist gleichgestellt mit einem Weitwinkelobjektiv z.B. 24mm oder 35mm
  • Action – wäre eine Aufnehme mit 50mm oder näher ran an das Objekt mit 35mm (hier wird lediglich ein Ausschnitt präsentiert)
  • Close up – wie der Name schon sagt, ein kleiner Ausschnitt, eine Detailbetonung – dafür verwenden wir gerne das 85mm oder gehen näher ran mit dem 50er

Seitdem wir diese Technik uns aneigneten, halbierte sich die Anzahl der Bildaufnahmen und damit auch unsere Arbeitszeit beim Aussuchen der Bilder, genauso die Zeit für die Nachbearbeitung.

Bedenke: Je weniger Zeit du für einen Auftrag benötigst, desto höher fällt am Ende dein Stundensatz aus!

3. Die Braut im Boudoir-Ouftit fotografieren

Wie bereits oben ganz kurz angeschnitten – starte nach Möglichkeit mit dem kompletten Outfit: Unterwäsche, Morgenmantel, Schleier…

Schließlich ist sie kein Supermodel, macht ein solches Shooting womöglich zum ersten mal mit und soll knapp bekleidet vor Fremden posieren. Vom Letzteren hat sich auch nicht viel Ahnung, hier muss ich als Fotografin mit viel Feingefühl arbeiten, um die schönsten Ergebnisse für unsere Kunden zu bekommen.

Damit sie sich entspannt und nicht andauernd starr in die Kamera blickt, gib ihr wie folgt Anweisungen: 

  • Setzt dich auf den Stuhl und zieh deine schönen Schuhe an, blick dabei mal auf die Füsse, mal ins Licht (Fenster)
  • Lege anschließend deinen Schmuck an
  • Sprühe etwas Parfum auf
  • Wirf einen längeren Blick in den Handspiegel
  • usw…

Bei den Anweisungen bitte vorher zeigen, wie sie etwas machen könnte, das gibt ihr mehr Sicherheit und bestärkt ihr Vertrauen, in sicheren Händen zu sein.

Ist die erste Szene im Kasten, folgt die nächste – mit etwas weniger Stoff auf der Haut. Die ständige Kommunikation zwischen Model und Fotograf ist sehr wichtig, vor allem ernst gemeinte Komplimente lösen die Blockaden bei einer Frau auf. Am Ende des Tages hat sie sich selbst wieder gefunden – fernab aller vorgegaukelter Schönheitsideale aus dem täglichen Leben.

4. Das Beherrschen der Körpersprache im Boudoir

Beim Boudoir trifft das selbe Phänomen auf wie bei allen anderen Bereichen in der Fotografie: Die Bilder sehen sich alle gleich.

Woran liegt das? 

Das liegt daran, das einfach jeder jeden kopiert und das geht natürlich am einfachsten mit den ganz schlichten Bildideen. Möchtest du da nicht viel lieber Fotografien schaffen, die nur schwer nachzuahmen sind? So ergeht es uns, besonders Christina beim Thema Boudoir.

Kommen wir zur Körpersprache: 

  1. Öffne die Pose deines Models/Braut – das lässt sie entspannter aussehen, als das eher verkrampfte sich-selbst-umarmen… 😉
  2. Hände weg vom Gesicht – ist typisch bei TFP-Models
  3. Dekolleté nach vorn, Po nach hinten – macht jede Frau schlanker.
  4. Ellbogen dürfen nicht die Taille verdecken – auch das ist ein Trick, um sie schlanker und lockerer zu machen.
  5. Bei Aufnahmen mit nackten Füssen, bitte diese nicht auf Zehenspitzen abstellen – sondern auf Balen, das wirkt weniger gestellt.
  6. Nicht die Finger spreizen – das wirkt gekünstelt.
  7. Keine Fäuste, denn sie sind nur den Männern vorbehalten und stehen für Kraft. Bei Frauen sind die Hände immer leicht geöffnet.
  8. Bring Gegensätze rein z.B. das Versetzen von Beinen oder entgegengesetzte Drehung vom Oberkörper und Kopf  usw… Wir laufen ja sonst auch nicht statisch rum 😉

Durch die Verwendung von diversen Accessoires während der Aufnahmen, muss dein Model automatisch ihre “Pose” öffnen, dabei tun ihre Hände verschiedene Dinge, lass sie tanzen oder sich in sanfter Musik leicht wiegen – dabei mit den Armen tun was sie will, du wartest dabei auf den richtigen Moment zum Auslösen.

Brauchst du mehr praktische Anweisungen? Dann nutze die Chance und melde dich zur nächsten MASTERCLASS an!

5. Was den großen Unterschied zwischen Fotograf zum Fotografen ausmacht

Auf diese Frage kann es, nach unserer Meinung, nur eine Antwort geben: Das ist das Wissen über die Fotografie!

Damit sind jetzt nicht die Unterschiede zwischen all den Objektiven oder Kamera-Modellen gemeint – nein, das beherrscht oft auch der Hobbyfotograf. Sondern ganz klar: Kenntnisse übers Licht, das Sehen und Verstehen von verschiedenen Kompositionsarten, das Beherrschen der Körpersprache, gekrönt vom feinen Gefühl im Umgang mit Menschen.

6. Welche Kompositionsarten bzw. Bildaufbau-Möglichkeiten gibt es?

An dieser Stelle: bitte die Drittel-Regel nicht mit dem Goldenen-Schnitt verwechseln, sie sind zwar ähnlich – doch bei weitem nicht gleich. Hinzu können noch einige Faktoren folgen:

  • Diagonale
  • Fluchtpunkt Perspektive
  • Strahlen Perspektive
  • Goldene Spirale
  • Dreieck
  • oder das Oval

Allerdings ist dies nur die Spitze vom Eisberg, es gibt natürlich noch einiges mehr, was bei Komposition entscheidend sein kann, denn es geht auch viel tiefgründiger in die Welt der Kunst hinein. Doch bevor du dich davor drückst uns sagst: “Ist das kompliziert, das brauch ich nicht, mir reicht das was ich bereits kann…” 

Bedenke, nur mit dem richtigen Wissen werden deine Bilder eine eigene unverkennbare Signatur bekommen, die Presets tun das nicht. Auch der Wechsel auf ein anderes Kamerasystem wird an deinen Bildern nichts ändern.

Du allein kannst soviel entstehen lassen, du hast es in der Hand. Brauchst du Inspiration? Melde dich zu einer Masterclass bei uns an, du findest alle aktuellen Termine hier im Blog:

MASTERCLASS BOUDOIR UND HOCHZEITSFOTOGRAFIE

 

Wir wünschen dir ganz viel Erfolg bei deiner nächsten Braut-Boudoir-Fotosession, mit wundervollen Bildergebnissen!

Deine Christina und Eduard
Wedding Photographer

 

Inspirationen aus einem Braut Boudoir Shooting, lass dich von uns inspirieren 


 

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