Praxis Workshop für Hochzeitsfotografen in Frankfurt

Sei willkommen zu einem Einblick hinter unsere Kulissen vom Workshop in Frankfurt. Hier findest du zahlreiche Tipps zum Umsetzen für gelungene Ergebnisse.

Bei solch schöner Location und dann noch dem bildhübschen Brautpaar, möchten doch alle gleich aufspringen, ihre Fotoausrüstung auspacken um endlich mit dem Fotografieren loszulegen. Für uns ist jeder Workshop total spannend und aufregend zugleich, denn bei jedem Kurs findet sich eine ganz andere Gruppe zusammen.

Bevor wir mit der Praxis beginnen, werden zuerst die Basics besprochen, dabei die absoluten No-Go´s  genannt:

• angefangen bei der Nase, welche nicht die Lippen einer Frau durchkreuzen sollte
• über Fauxpas beim Kussfoto
• bis hin zu Bräutigam-Porträts

und noch vieles mehr…

Möchtest du den einen oder anderen Tipp erfahren? Hier im Beitrag warten zahlreiche auf dich!

Starten wir doch gleich mit Portraits einer Braut:

• Die liebe Sue nimmt auf einem Sessel platz, seitlich zum Fenster gedreht. Das Licht fällt von Links, eine schöne Licht- und Schatten-Zeichnung entsteht im Gesicht, Oberkörper und im Kleid.
• Ihr Ellbogen zeigt dabei Richtung Fotograf und gewährt dabei einen kleinen Blick auf ihre Taille, das macht sie schlanker.
• Schultern nach unten: das verlängert optisch ihren schönen Hals und wirkt entspannter.
• Während die eine Hand auf der Sessellehne ruht, liegt die rechte auf dem Oberschenkel.
• Bei der ersten Aufnahme blickt sie Richtung Licht, bei der zweiten in die Kamera.

Tipps zu Getting Ready Bildern vom Bräutigam:

Das Hotel Falkenstein ist ein historisches Haus. Wir nehmen gerne auch das vorhandene Ambiente mit in die Bildkomposition rein, das verleiht den Bildern einen besonderen Charme. Der Raum ist recht dunkel, somit ideal für Männerporträts mit harten Schatten, da das sanfte Licht den Frauen vorbehalten bleibt.

Direkt am Fenster herrscht das perfekte Licht:

• Durch genaue Anweisungen, weiß jeder Mann was er tun soll, er fühlt sich wohl.
• Männer schauen gern aus dem Fenster raus und denken dabei an die kommenden Flitterwochen 😉
• Langsam schließt der Bräutigam seine Hemdenknöpfe, legt die Manschetten und die Fliege an…
• Befinden sich Bilder oder Gemälde an den Wänden? Nimm sie ruhig mit rein: mal das gesamten Bild, mal angeschnitten. Dies verleiht jedem deiner Fotos mehr räumlicher Tiefe.
• Zum Schluss noch ein schönes Porträt, an der Wand anlehnen > NUR, mit Po < . Dabei mit dem Oberkörper leicht nach vorne beugen, lässt die Männer breiter und stärker erscheinen. Einmal raus blicken, einmal zu dir.

Wie wäre es mit einwenig Romantik und Verführung?

Fensternischen eigenen sich perfekt für romantische Bilder:

• Beine gehören leicht übereinander, die Füße sind gekreuzt.
• Trägt die Braut einen Reifrock, so muss er bei diesen Aufnahmen runter. Sie kann ihn ja im Anschluss wieder anziehen.
• Ellbogen ist auch hier gebeugt, gibt den Blick auf die Damentaille frei.
• Die zweite Hand umspielt das Haar. Sobald Frauen mit Männern flirten, drehen sie an ihren Locken, nutzen wir es doch auch bei Hochzeitsaufnahmen aus.
• Ihr Blick ruht sanft auf ihren Knien. Beim zweiten Auslöser, blickt sie in die Kamera.

Die selbe Pose, doch ein anderer Blickwinkel:

• Jetzt lehnt sich Sue sanft mit einer Schulter an der Wand.
• Die eine Hand ruht auf ihrem Oberschenkel, während die andere mit dem Haar spielt.
• Sie schaut raus, dabei die Schläfe leicht in den Innenraum geneigt.
• Mit der seitlichen Positionierung bekommst du sogar eine Spiegelung vom Blick der Braut im Fenster.
• Achte unbedingt auf die Höhe der Schultern! Vor lauter Aufregung ziehen Paare sie gerne hoch. Das lässt den Hals “kürzer” erscheinen, wirk auch noch angespannt.

Unser absoluter Lieblingstipp zu verführerischen Brautportraits:

• Bevor wir auf den Auslöser drücken, holt die Braut Luft > durch ihre leicht geöffneten Lippen. Das füllt ihr Dekolleté aus, schafft einen grösseren Abstand zwischen Brust und Bauch, was jede Frau schlanker macht, lässt ihre Lippen fülliger und sinnlicher erscheinen. Falls du es noch nicht kennst, probiere es beim nächsten mal einfach aus.

Gehören zu deiner Aufnahmetechnik auch Bilder von der Location, als Totale?

Leider wird dies oft vergessen, nicht mit Absicht, lediglich im Eifer des Gefechts.

Mit der Zeit vergessen Paare wie die Location von außen aussah, mit einem schönen Weitwinkelobjektiv ist dies jedoch schnell getan, bei uns ist findet hier das Sigma Art 35mm 1.4 seinen Einsatz.

Hier ein weiterer Tipp:

Sobald uns einpaar Minuten frei zur Verfügung stehen, wird die Location vom Weiten mit einem Teleobjektiv fotografiert – das ergibt eine noch bessere Perspektive. Ein Teleobjektiv “rückt” die Objekte optisch zusammen. Wir nutzen dafür das Canon EF 85mm F/1.2 LII.

Mit folgenden Tipps wirst du das Brautpaar Shooting ganz entspannt beginnen.

Den meisten Männern graut es vor genau diesem Tagespunkt: Das Fotoshooing. Ist ja auch verständlich, die beiden sind keine Fotomodelle und sind oft alles andere als entspannt. Wie lösen wir es?

Ganz einfach, sobald es mit dem Shooting losgeht, geben wir dem Paar 5 Minuten Zeit für einander, bei einem kleinen Spaziergang. Sie brauchen keine hunderte von Fotos in Pose, dafür ein paar Augenblicke für einander. Im Anschluss folgt 20-30 Minuten Fotoshooting.

Spaziergang zu zweit:

• 5 Minuten reichen jedem Paar, um sich zu entspannen, dabei einander etwas liebevolles ins Ohr flüstern.
• Mit Weitwinkel- und Teleobjektiv, hältst du den Spaziergang fest.
• Halte zu den beiden Abstand und drück im richtigen Augenblick auf den Auslöser.
• Wann genau ist dieser Moment? Wenn er mit dem Fuss vorne auftritt.
• Sei schnell und bleibe nicht an einer Stelle stehen, das bringt Spannung in deine Fotostrecke.

Tipp zu Backlight Fotos:

Sie sind sehr begehrt, doch die tief stehende Sonne kann den Autofokus schon mal richtig ärgern und nicht nur das, fehlende Kontraste müssen beim bearbeiten der Bilder wieder korrigiert werden.

Hier hilft eine Kleinigkeit:

• Nimm eine leicht seitliche Position ein, nicht direkt dem Paar gegenüber. Damit fängst du sanftes Licht im Haar ein, dein Autofokus bekommt keine Schwierigkeiten und jedes Bild behält seine Kontraste.

Noch ein paar Tipps zu Kussfotos:

Gibt es an dieser Stelle etwas, dass man als Fotograf überhaupt falsch machen kann? Oh ja!

Die absoluten No-Go´s wären:

• Blickwinkel von unten nach oben, direkt in die Nasenlöcher vom Paar.
• Wenn der Kuss zu intensiv ist, die beiden sozusagen einander das Leben aussaugen.
• Eine zu-sehr-seitliche Perspektive, in der nicht zu erkennen ist, was das Paar dort treibt.

Beim Betrachten der Kussfotos soll es zwischen den Beiden wieder knistern. So bekommst du es hin:

• Positioniere dich frontal dem Paar gegenüber.
• Zähle dabei bis 3…
• Jetzt dürfen sie langsam zum Kuss übergehen, kurz bevor sich die Lippen berühren drückst auf den Auslöser. Es folgt ein Ergebnis mit leicht geöffneten Lippen von sanftem Licht gestreift.
• Beim Küssen (zuerst bitte sanft) folgt eine weitere Aufnahme.
• Zu guter Letzt, darf er sie richtig küssen! Sei auf der Hut, sobald er mit dem Schmatzer fertig ist, wird sie lachen! Halte auch da unbedingt drauf!

Sehr romantisch ging es auch in der nächsten Szene zu:

Beim Masterclass im Schloss Biebrich gaben wir einige Empfehlungen, zum Thema: Brautpaar im Sitzen fotografieren.
Die gleiche Technik wird auch hier angewandt, auf den Stufen die nach oben zur Hochzeitslocation führen. Folge dem Link um mehr zu erfahren:

REVIEW MIT TIPPS AUS SCHLOSS BIEBRICH

Was genau erzählt uns dieses Bild?

• Wir sehen ein verliebtes Pärchen. Er hält sie im Arm, sie spielt mit ihren Locken. Für die Beiden existiert, in diesem Augenblick, nichts ausser ihrer eigenen Welt. Den Fotografen haben sie komplett vergessen.

• Genauso wie Leonardo da Vinci es lehrte: Liebende spiegeln die Körperhaltung des anderen.

Ist diese Szene gestellt? Natürlich!

Brautpaare sind keine Fotomodelle, sie wissen nicht was sie tun sollen, deshalb greifen wir ein. Auch das Paarshooting darf eine eigene schöne  Geschichte für das Fotobuch erzählen, mit Erlebnis. Denn ein Foto ohne Geschichte ist nun mal langweilig.

• Bild 1: Leicht Stirn an Stirn gelehnt
• Bild 2: Er küsst ihr sanft die Stirn
• Bild 3: Brautpaar schaut einander in die Augen
• Bild 4: Ein langsamer Kuss

Wozu sich Fächer alles eignen:

Hochzeiten sind mal mehr und mal weniger streßig. Sie eignen sich auch nicht dafür, um dort herum zu experimentieren. Alle fotografischen Techniken, die wir dort anwenden, werden bereits vorher ausprobiert.

Für die Umsetzung solcher Bilder brauchst du starken Lichteinfall z.B. direkt am Fenster:

• Das starke Sonnenlicht fällt von links durch einen weißen Fächer. Kostenpunkt Fächer = 1€.
• Sue hällt es ihn in ihrer rechten Hand, dreht ihn dabei hin und her, bis das Muster auf ihrem Gesicht erscheint.
• Sie blickt raus aus dem Fenster und einmal zum Fotografen.
• Leichtes Teleobjektiv, z. B. das Canon EF85mm 1.2 LII
• Wähle eine kleinere Blende, wir arbeiten gerne im Bereich der Blende 4.

Probiere es gerne auch zuhause aus, vielleicht mit einer Freundin, Schwester, Arbeitskollegin einem Model auf TFP usw…

Das waren einpaar Tipps aus unseren Praxis Masterclasses:

Wir hoffen der Einblick auf den Lernstoff aus unserer MASTERCLASS haben dir gefallen, über einen Kommentar würden wir uns sehr freuen.

An dieser Stelle möchten wir vom Herzen allen danken! Sue und Axel – ihr seid ein fantastisches Pärchen! Unserer lieben Julia Kurr, für das wahnsinnig schöne Styling und natürlich allen Kollegen, die beim Workshop dabei waren. Ebenso ein riesiges Dankeschön an das Hotel Falkenstein Grand Kempinski, wie immer ein fantastisches Erlebnis bei euch. DANKE!

Möchtest du an einem unserer Workshops teilnehmen? Folge dem Link zu aktuellen Terminen der Hochzeitsfotografie Masterclass

Wir wünschen dir ganz viel Freude beim Ausprobieren der verschiedenen Techniken, Umsetzen der Tipps und allzu gutes Licht!

Deine Christina und Eduard
wedding photographer

Bilder bearbeiten und retuschieren wir mit eigenen Presets und Pinseln für Lr + Ps

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