Preiskalkulation vs. Honorar-Bestimmung als Fotograf

Ach ja, das Leben könnte doch so schön sein, wenn es die Preiskalkulation nicht gebe!

Wer hat als Fotograf nicht schon mal so gedacht? Doch es führt kein Weg vorbei, erst wenn du den Wert deiner eigenen Leistung kennst, bist du in der Lage dich als Unternehmer zu vermarkten.

Ja, ein Fotograf ist auch ein Unternehmer, ganz gleich ob die Fotografie dein Hauptberuf ist oder du nebenberuflich fotografierst. Diese Bezeichnungen sollten dein Denken auf keinen Fall negativ beeinflussen.

Brautpaare sind fleißig am suchen, organisieren und planen. Bei Fotografen kommen regelmäßig neue Anfragen an – sei es via E-Mail, Telefon oder durch soziale Netzwerke, mit der Bitte um ein Angebot. Gerade hier tun sich viele Kollegen recht schwer mit der idealen Preisgestaltung:

  • Wieviel ist meine Arbeit wert?
  • Schätzen Kunden überhaupt was ich für sie tue?
  • Wie kalkuliere ich meine Preise?

In diesem Blogbeitrag möchten wir dir helfen, einen ersten Ausgangspunkt für deine eigene Preiskalkulation zu finden oder wie wir es viel lieber nennen: deine jährliche Honorarhöhe zu bestimmen. 

Wo ist der Unterschied zwischen Preise zu Honorar? 

Der liegt schnell auf der Hand – lass doch mal beide Wörter auf der Zunge zergehen, sprich sie laut aus. Woran denkst du beim Preis und an wen beim Honorar? Wie du siehts, kann bereits die richtige Wortwahl dein Denken in eine andere Richtung lenken.

Es folgen 3 der beliebten Kalkulationsarten für Fotografen

 

Möglichkeit Nr. 1: Berechne deine jährlichen Ausgaben, die du zum Leben brauchst

Miete, Versicherungen, Auto, Lebensmittel, Klamotten, Urlaub, usw. – komplett alles. Am einfachsten geht es mit einer Exel-Tabelle, so erübrigt sich das mühsame Addieren, das Programm übernimmt es für dich und du kannst die Zahlen regelmäßig aktualisieren.

Teile die gesamt Summe durch die Anzahl der Hochzeiten oder Aufträge, welche du im Jahr annehmen möchtest bzw. könntest.

Beispiel: 30.000 € / 25 Hochzeiten = 1.200,00 € / pro HZ

Klingt simpel, doch diese Zahl enthält noch keine Steuern, Kosten für Ausrüstung, Speicherkarten, USB-Sticks, Online-Galerien, Fahrtkosten, Software, Webseite usw… Alle anfallenden Kosten für dein Unternehmen müssen ebenfalls anteilig zu den 1.200,00 € addiert werden.

FAZIT: Bei solch einer Kalkulation: Ausgaben vs. Einnahmen-Berechnung geht es lediglich darum, die eigenen Kosten zu decken, gleichzeitig den Lebensunterhalt zu sichern. Leider eher steckt hier nur wenig Motivation für die Psyche eines Fotografen, das gesetzte Ziel ist viel zu klein.

Möglichkeit Nr. 2: Sich auf dem Markt umschauen und Preise vergleichen

Was bieten die Kollegen in deiner Gegend alles an? Wie sind ihre Leistungen gestaffelt? Wer bietet ähnliche Leistungen an wie du, was wird dafür veranschlagt?

Die lange Aufstellung erübrigt sich, hier steht eher der Preisvergleich im Vordergrund, für den Anfang kann genau diese Strategie die Richtige sein. Zusammen mit deiner fachlichen und persönlichen Entwicklung – vorausgesetzt sie findet auch statt – gleichst du deine Preise an die jeweiligen Kollegen an, welche du mit der Zeit erreichst.

FAZIT: Preisvergleich ist zwar wenig motivierend, doch für den Anfang eine bessere Basis als die Kostenaufstellung-Variante. Doch Vorsicht!  Sie bringt dich schnell dazu, genau so zu handeln, wie die Kollegen drumherum und irgendwann mit der Fortbildung bzw. mit dem Wachstum aufzuhören.

Warum? 

Weil, viele Brautpaare nach dem selben Prinzip verfahren, sie suchen nach ähnlichen Bildern von diversen Fotografen und entscheiden sich anschließend für den günstigeren Kandidaten. Bei diesem Model der Preiskalkulation kannst du schnell beim Preisdumping landen.

Möglichkeit Nr. 3: Bestimme dein persönliches Honorar

Wenn du deine Augen schließt und tief in dich hineingehst – dir dabei folgende Frage stellst, bitte ohne den ganzen “sei realistisch Kram” – sondern ganz klar:

Welche Gage möchte ich für eine Hochzeit bekommen? Welche Höhe wäre mein absoluter Traum?

FAZIT: Sobald du diese Fragen gestellt hast, fängt es in der Magengrube an zu kribbeln, wie das Flattern von Schmetterlingsflügeln… Auf deinem Gesicht bildet sich ein Lächeln, du entspannst dich, fängst an zu träumen, deine Ziele werden deutlicher. Vor deinem inneren Auge spielt sich ein kompletter Film ab – was alles beinhaltet er?

Als nächstes heißt es: Wie erreiche ich mein Ziel?

In diesem Fall musst du kreativ werden, dich der großen Herausforderung stellen. In deine Weiterbildung noch mehr investieren, anstatt Objektive anzuhäufen – denn das ist der einzig richtige Weg.

Vermutlich stellt sich dir die Frage: Wie kann ich dieses Ziel erreichen?

Da gibt es sehr viele Möglichkeiten, wie z.B.: biete deinen Kunden mehr Service, präsentiere nach außen hin ein starkes Branding, finde feste Partner aus der Hochzeitsbranche…  

Möchtest du hier mehr Unterstützung? Wir machen es gerne, in unserem Hochzeitsfotografie Book findest du dazu sehr viel Input. Ja, du wirst deine Komfortzone verlassen müssen, um mit der Umsetzung zu beginnen, doch glaub uns: ES LOHNT SICH!

Überlasse dem Kunden die Entscheidung über sein Budget!

Leider vertreten viel zu viele Kollegen die Meinung, dass Brautpaare nicht bereit sind, ein entsprechendes Budget für ihre Hochzeitsfotos auszugeben, doch wenn du es nicht verlangst wird es auch niemand zahlen. Sorge dich nicht um die Finanzen deiner Kundschaft. Die Entscheidung, wofür dein Kunde sein Geld ausgibt, solltest du ihm überlassen.

Oder ist es eher die Sorge, welche dich bedrückt: Mehr Honorar – mehr Verantwortung, mehr Arbeit, mehr Stress?

  • Mehr Verantwortung – Ja! Mit dem Honorar steigt das Vertrauen des Kunden zum Fotografen.
  • Mehr Arbeit oder Stress – Nein! Hier ist der Kunde meistens viel entspannter und auch der Arbeitsaufwand ist wesentlich geringer.

Unsere ganz persönliche Empfehlung für deine Motivation

Der Besuch in einer Kunstgalerie oder in einem Museum kann sehr motivierend sein. Wir gehen regelmäßig in Galerien oder ins Kunstmuseum – überall auf der Welt, wo wir gerade sind. Hier wird einem schnell klar, dass ein einziges Bild so viel mehr Wert sein kann.

Hochzeitsbilder halten nicht einfach nur einen feierlichen Tag fest, sie erweitern auch nicht das Portfolio der Hochzeitsfotografen.  Nein, sie dokumentieren einen einmaligen Tag, an dem eine neue Familie entsteht, für die Kinder und Enkelkinder oder wenn das Paar sich mal kräftig in der Wolle hat, brauchen sie nur in dem Hochzeitsalbum zu blättern und in Erinnerungen zu schwelgen…

 

Wir hoffen unserer Beitrag hat dir gefallen und dich motiviert, mehr zu tun, als bisher. Falls dich ein bestimmtes Thema brennend interessiert, so schreib uns an info@christinaeduard.de. Wir würden uns darüber sehr freuen und wünschen dir viel Vertrauen in dich selbst und dein Können!

Deine Christina und Eduard
Wedding Photographer

 

p. s.: Bist du auf der Suche nach Inspirationen für eine ideal aufgebaute Preisliste?
Schau hier rein, wir haben sehr schöne Photoshop-Vorlagen für dich:

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